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Schauspielhaus-Salzburg

Regie: Harald Fröhlich
Ausstattung: Ragna Heiny

Mit: Isabel BerghoutThomas EnziChristoph GriesserMarcus MarotteMaximilian Pfnür

 

PRESSESTIMMEN

"Regisseur Harald Fröhlich ist es also gelungen, dem vieldeutigen Text die eine oder andere Rätselhaftigkeit hinzuzufügen, ganz ohne sich auf eine simple Lesart - wie etwa „psychische Krankheit“ - festzulegen. Am Ende stammelt der Advokat und verstummt in Sprachlosigkeit: auch das öffnet Deutungsräume.
Markus Marotte gibt mit großer Zurückhaltung diesen Advokaten, es gelingt ihm, unter der Oberfläche souveräner Gutmütigkeit einen feinen Ton von Unsicherheit und Verzweiflung zu transportieren. Thomas Enzi ist ein grandioser Bartleby. Sein Text ist inzwischen bekannt. Doch mit wie vielen Facetten in Stimmklang und Körpersprache er seinen Standpunkt klarmacht!
Die kleine schräge Bühne mit den quasi im Boden versenkten Schreibtischen von Ragna Heiny deutet mit wenigen Versatzstücken die Kanzlei an, öffnet aber genauso wie die subtile Personenführung und die gelungene Theaterfassung weite Deutungsräume." - DrehPunktKultur

"Ohne Frage als herausragend zu bezeichnen ist die Leistung von Marcus Marotte in der zentralen Rolle des Advokaten. Marotte gibt auf der kargen wie sinnfälligen Bühne von Ragna Heiny den ängstlich-hochnäsigen Schreiber-Typen mit einer Sprachkultur, die zurzeit in Salzburg ihresgleichen sucht. Fein geschliffen driftet dieser Mann in den Wahnsinn und erzeugt dabei jenen Sog, der Theater mehr als alles andere zum Erlebnis macht." - SVZ

"Ein hochintelligentes, sehr modern anmutendes Stück, eine Parabel über die aufkommende Moderne, die – ganz wie gewünscht – viele Fragen offenlässt." - Dorfzeitung

 

BARTLEBY

// Bernd Liepold-Mosser

Nach einer Novelle von Herman Melville
Österreichische Erstaufführung 

Premiere: 25. Januar 2012 // Studio

New York, Wall Street, Ende des 19. Jahrhunderts: Der junge Bartleby wird Schreiber in einer renommierten Kanzlei. Ihr Prinzipal, ein äußerst penibler Advokat, ist begeistert vom hingebungsvollen Fleiß, mit dem Bartleby unermüdlich Verträge über Verträge kopiert. Doch schon bald muss er feststellen, dass der Konzipient manche Aufgaben mit den höflichen Worten „I would prefer not to“ freundlich, aber bestimmt ablehnt. Je mehr Arbeit er verweigert, umso mehr gerät das fein verzahnte Räderwerk der Kanzlei aus dem Takt. Selbst das Kopieren von Verträgen weist er eines Tages von sich, zieht dafür aber in der Kanzlei ein, um dort zu wohnen. Der Advokat ist mit der Situation bald vollends überfordert - Bartleby muss weg! Aber egal, was der Adovkat verzweifelt versucht, über alles triumphiert Bartlebys entwaffnender Satz: „I would prefer not to‟.

Herman Melville, berühmt geworden als Autor des „Moby Dick‟, schreibt noch vor dem Zeitalter der Globalisierung eine hellsichtige und kafkaeske Parabel über das Funktionieren und Scheitern von Systemen. Sein Gegenentwurf zur Allmacht von Geld und Hierarchie ist der höfliche Anarchist Bartleby. Geistreich, skurril und schräg!

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